Teufelswerk?

- Die Gemeinsame Erklärung zur Rechtfertigungslehre -
(Kirche zum Mitreden, 01.11.1999)

Die Kirche feierte gestern das Christkönigsfest: Christus ist der Herrscher des Universums, vor dem sich jedes Knie beugen muss. Im Introitus (Offb. 5,12) bekennt die Kirche: "Würdig ist das Lamm, das geschlachtet wurde, zu empfangen Macht und Gottheit und Weisheit und Kraft und Ehre", und im Kirchengebet fleht sie: "Allmächtiger, ewiger Gott, Du hast in Deinem geliebten Sohn, dem König des Weltalls, alles erneuern wollen; so gib denn gnädig, daß alle Völker, die durch das Unheil der Sünde entzweit sind, sich Seiner so milden Herrschaft unterwerfen".

Die V2-Sekte hat mit der Unterwerfung unter die Herrschaft Christi allerdings nichts am Hut. So feierte sie gestern zusammen mit den Protestanten an deren "Reformationsfest" (Feier des Geburtstags der Luther-Sekte, in Anlehnung an den sog. "Thesenanschlag") ihre gottlose "Rechtfertigungslehre", u.z. mit der Unterzeichnung der sog. "Gemeinsamen Erklärung zur Rechtfertigungslehre". Die V2-Sekte hat ihr "Christkönigsfest" zwar (noch) nicht ganz aufgehoben, aber immerhin schon auf den Sonntag vor der Adventszeit abgeschoben.

Die Erklärung, in den Medien z.T. als "historisches Ereignis" bezeichnet, ist eigentlich nicht spektakulär. Für diejenigen, die das diabolische Treiben der V2-Sekte schon länger beobachten, kommt sie nicht überraschend, sondern ist im Grunde nur eine Folge des Vatikanum II. Der erste Scheinpapst, Angelo "Johannes XXIII." Roncalli, hatte das Vatikanum II ("Zirkus Roncalli") eröffnet und in diesem Zusammenhang erklärt, die Kirche solle nicht mehr verurteilen. Während seiner Scheinregierung erklärte er Montini zum "Kardinal", der dann nach Ableben Roncallis als Paul VI. die Zerstörungsarbeit, insbesondere das Vatikanum II (also als "Zirkus Montini") weiterführte. Die beiden nachfolgenden Scheinpäpste brachten ihre Verbundenheit mit Vatikanum II u.a. dadurch zum Ausdruck, dass sie sich Doppelnamen (Johannes Paul) zulegten, was bislang weder ein Papst noch ein Scheinpapst getan hatte. Diese V2-Sekte verkündet als Grundhäresie, dass die Kirche nicht heilsnotwendig ist, so als ob Christus zu Petrus gesagt hätte: "Du bist Petrus. Auf diesen Felsen will ich eine von meinen unzähligen Kirchen bauen" (Verfälschung von Mt 16,18). Die KzM-Texte beweisen diese satanische Orientierung der V2-Sekte unwiderlegbar, und die Erklärung, die sich V2-Sekte und Vertreter des Protestantismus nun gemeinsam zusammengedichtet haben, ist ein Beweis mehr für diese Orientierung.

Der ganze Wirbel, der um diese Erklärung gemacht wird, ist also unnötig, aber symptomatisch: Viele wollen trotz allem nicht einsehen, was für ein Gebilde die V2-Sekte ist, und sprechen frech noch immer von der "katholischen Kirche". Die Lefebvre-Sekte, das größte Hindernis auf dem Weg zu Wahrheit, hat an ihren "Heiligen Vater" Johannes Paul II. mal wieder ein schwammiges Gesülze gerichtet, in welchem sie behauptet, mit dieser Erklärung nicht ganz einverstanden zu sein. Karl Lehmann, Deutschlands oberster V2-Funktionär, jubelt ob des scheinbaren Sieges über den Katholizismus, und Karol "JoPa" Wojtyla sprach gar von einem "Meilenstein auf dem Weg der Einheit unter den Christen", obwohl es doch nur ein weiterer Schritt weiter von Christus weg ist. Bundespräsident Johannes Rau (auf den wir an anderer Stelle zurückkommen werden) frohlockte, diese Erklärung bringe das "gemeinsame Denken, Glauben und Handeln” der Christen voran - eine fürwahr ungeheuerliche Ketzerei angesichts des durch und durch antichristlichen Gehalts dieser Erklärung! Der Bundespräsident muss diese Aussage zurücknehmen!

Ein offziell noch bevorstehender, in der Praxis aber schon längst des öfteren vollzogener Akt zur Verspottung des Katholizismus ist ein "gemeinsames Abendmahl" von V2-Sektierern und Protestanten, wie es von verschiedener Seite gefordert wird, etwa von dem Generalsekretär des Einheitsrates, dem deutschen V2-Funktionär Walter Kasper, der wesentlich für den "Katholischen Erwachsenen-Katechismus" verantwortlich ist. Bekanntlich verwendet Rom sehr erfolgreich den Trick des "vorauseilenden Gehorsams": Es werden bestimmte Anordnungen, die katholischer Lehre entsprechen, pro forma verkündet (z.B. das Verbot von Ministrantinnen oder das Verbot des "gemeinsamen Abendmahls"), aber de facto werden die Verstöße gegen diese Anordnungen nicht wirklich bestraft, sondern grenzenlos geduldet, bis dann irgendwann auch die Regel aufgegeben wird. Mit Strafverfolgung schlimmster Art (Amtsenthebung, Überweisung in die Psychiatrie etc.) hat aber derjenige zu rechnen, der sich der "traditionalistischen" Liturgie verpflichtet fühlt.

Die Gemeinsame Erklärung ist recht umfangreich: Der reine Text, ohne Fußnoten und sonstige Anmerkungen, enthält über 4.300 Wörter (zum Vergleich: der Sedisvakanz-Text enthält weniger als 2.000 Wörter). Er ist gegliedert in fünf Teile (zzgl. Vorwort), wobei der umfangreiche 4. Teil sieben Unterkapitel enthält; insgesamt besteht die Erklärung aus 44 Abschnitten. Wir zitieren im folgenden einzelne Passagen aus den jeweiligen Teilen, wobei die Zahlen in Klammern sich auf den jeweiligen Abschnitt beziehen, und kommentieren diese ggf. kurz. Außerdem bieten wir eine kurze Zusammenstellung der katholischen Rechtfertigungslehre; wer diese Lehre nicht genau kennt, sollte zunächst die Zusammenstellung aufmerksam durchlesen, bevor er sich mit der Gemeinsamen Erklärung beschäftigt. Damit lässt sich erkennen, dass die Erklärung im wesentlichen aus einer Unterwerfung der V2-Sekte unter die lutherische Häresie besteht.


Präambel
(5) Das will diese Gemeinsame Erklärung tun. Sie will zeigen, daß aufgrund des Dialogs die unterzeichnenden lutherischen Kirchen und die römisch-katholische Kirche [FN: In dieser Erklärung gibt das Wort "Kirche" das jeweilige Selbstverständnis der beteiligten Kirchen wieder, ohne alle damit verbundenen ekklesiologischen Fragen entscheiden zu wollen.] nunmehr imstande sind, ein gemeinsames Verständnis unserer Rechtfertigung durch Gottes Gnade im Glauben an Christus zu vertreten. Sie enthält nicht alles, was in jeder der Kirchen über Rechtfertigung gelehrt wird; sie umfaßt aber einen Konsens in Grundwahrheiten der Rechtfertigungslehre und zeigt, daß die weiterhin unterschiedlichen Entfaltungen nicht länger Anlaß für Lehrverurteilungen sind.


Man ist es ja schon gewohnt, dass die protestantischen Sekten als "Kirchen" bezeichnet werden, obwohl es ja gemäß Dogma nur eine Kirche gibt. Indem quasi eine Genossenschaft gegründet wird, soll das eigentliche Ziel der Erklärung erreicht werden: Es soll eine Einheit im Kampf gegen die Wahrheit geben, und indem die Feinde Christi ihre Kräfte bündeln, fällt es umso leichter, die Katholiken weiter abzuschlachten.


1. Biblische Rechtfertigungsbotschaft
(10) Paulus beschreibt das Evangelium als Kraft Gottes zur Rettung des unter die Macht der Sünde gefallenen Menschen: als Botschaft, die die "Gerechtigkeit Gottes aus Glauben zum Glauben" (Röm 1,16f.) verkündet und die "Rechtfertigung" (Röm 3,21-31) schenkt. Er verkündet Christus als "unsere Gerechtigkeit" (1 Kor 1,30), indem er auf den auferstandenen Herrn anwendet, was Jeremias über Gott selbst verkündet hat (Jer 23,6). In Christi Tod und Auferstehung sind alle Dimensionen seines Erlösungswerks verwurzelt, denn er ist "unser Herr, der wegen unserer Verfehlungen hingegeben, wegen unserer Gerechtigkeit auferweckt wurde" (Röm 4,25). Alle Menschen bedürfen der Gerechtigkeit Gottes, denn "alle haben gesündigt und die Herrlichkeit Gottes verloren" (Röm 3,23; vgl. Röm 1,18-3,20; 11,32; Gal 3,22). Im Galaterbrief (3,6) und im Römerbrief (4,3-9) versteht Paulus den Glauben Abrahams (Gen 15,6) als Glauben an den Gott, der den Sünder rechtfertigt (Röm 4,5) und beruft sich auf das Zeugnis des Alten Testaments, um sein Evangelium zu unterstreichen, daß jene Gerechtigkeit allen angerechnet wird, die wie Abraham auf Gottes Versprechen vertrauen. "Der aus Glauben Gerechte wird leben" (Hab 2,4; vgl. Gal 3,11; Röm 1,17). In den paulinischen Briefen ist Gottes Gerechtigkeit zugleich Gottes Kraft für jeden Glaubenden (Röm 1,16f.). In Christus läßt er sie unsere Gerechtigkeit sein (2 Kor 5,21). Die Rechtfertigung wird uns zuteil durch Christus Jesus, "den Gott dazu bestimmt hat, Sühne zu leisten mit seinem Blut, Sühne, wirksam durch Glauben" (Röm 3,25; vgl. 3,21-28). "Denn aus Gnade seid ihr durch den Glauben gerettet, nicht aus eigener Kraft - Gott hat es geschenkt - , nicht aufgrund eurer Werke" (Eph 2,8f.).
(12) Die Gerechtfertigten leben aus dem Glauben, der aus dem Wort Christi kommt (Röm 10,17) und der in der Liebe wirkt (Gal 5,6), die Frucht des Geistes ist (Gal 5,22f.). Aber da Mächte und Begierden die Gläubigen äußerlich und innerlich anfechten (Röm 8,35-39; Gal 5,16-21) und diese in Sünde fallen (1 Joh 1,8.10), müssen sie die Verheißungen Gottes immer wieder hören, ihre Sünden bekennen (1 Joh 1,9), an Christi Leib und Blut teilhaben und ermahnt werden, in Übereinstimmung mit dem Willen Gottes gerecht zu leben. Darum sagt der Apostel den Gerechtfertigten: "Müht euch mit Furcht und Zittern um euer Heil! Denn Gott ist es, der in euch das Wollen und das Vollbringen bewirkt, noch über euren guten Willen hinaus" (Phil 2,12f.). Die frohe Botschaft aber bleibt: "Jetzt gibt es keine Verurteilung mehr für die, welche in Christus Jesus sind" (Röm 8,1) und in denen Christus lebt (Gal 2,20). Durch die gerechte Tat Christi wird es "für alle Menschen zur Gerechtsprechung kommen, die Leben gibt" (Röm 5,18).


Die von den Genossen angeführten Stellen sollen vortäuschen, ihre antichristliche Irrlehre sei mit der biblischen Lehre vereinbar. Zunächst einmal lassen die Genossen diejenigen Bibelstellen unter den Tisch fallen, in denen ihrer Irrlehre ausdrücklich widersprochen wird. Was dann zitiert wird, kann selbstverständlich nicht als Beweis für die Irrlehre herhalten. Was mit "Glauben" eigentlich gemeint ist, bleibt im Dunkeln, damit erübrigt sich bereits jedes weitere Wort - da der Gegenstand, über den gesprochen werden soll, unklar ist, kann man auch keine klaren Inhalte finden. Also irgendein undefinierter, ominöser "Glaube" soll rechtfertigen, und zwar allein, ohne zusätzliche Werke. Was die Genossen hier der Menschheit suggerieren wollen, gehört zu den ältesten Taschenspielertricks der Protestanten: "Die Gegner [der katholischen Rechtfertigungslehre] stützen sich namentlich auf Stellen bei Paulus, wonach der Mensch durch den Glauben gerechtfertigt wird und nicht durch die Werke. So Röm 3,28: Arbitramur enim iustificari hominem per fidem sine operibus legis [Wir sind überzeugt, daß der Mensch durch den Glauben gerechtfertigt wird, unabhängig von Gesetzeswerken] (Luther fügte in seiner Übersetzung das Wort 'allein' hinzu, als ob per solam fidem zu lesen wäre; freilich [???] tat er das in der Überzeugung, damit nur den wahren von Paulus intendierten Sinn klar herauszustellen; in Wirklichkeit deutete er die Stelle falsch und machte den Zusatz in diesem falschen Sinne); Gal 2,16: In Christo Iesu credimus, ut iustificemur ex fide Christi et non ex operibus legis [An Jesus Christus glauben wir, damit wir gerechtfertigt werden aus dem Glauben Christi und nicht aus Gesetzeswerken]; Eph 2,8f usw. Sie finden einen unlösbaren Widerspruch zwischen dieser Lehre Pauli und der des Jakobusbriefes 2,14-26, wonach der Glaube ohne Werke tot ist. - Indessen besteht hier kein Gegensatz in der Lehre selbst; die Verschiedenheit betrifft nur die Art der Darstellung und erklärt sich namentlich aus der Verschiedenheit der zu bekämpfenden Gegner. Beide Apostel fordern den lebendigen, tätigen Glauben. Nur hebt Jakobus gegen Libertiner und Antinomisten mehr die Notwendigkeit der Werke, Paulus gegen selbstgerechte Juden und Heiden mehr die Notwendigkeit des Glaubens hervor. Der Glaube, dem Jakobus allen Wert für die Rechtfertigung abspricht, ist der tote Glaube; die Werke, die er als Bedingung der Rechtfertigung verlangt, sind aus lebendigen Glauben hervorgehende Werke. Hingegen sind jene Werke, denen Paulus die rechtfertigende Kraft aberkennt, Werke des 'Gesetzes', d. h. des Mosaischen Gesetzes, bzw. solche, die vor und außer dem Glauben geschehen und der Glaube, dem er die Rechtfertigung zuschreibt, ist zwar ohne Werke des Gesetzes oder der Selbstgerechtigkeit, muß aber nach Gal 5,6; 1 Kor 13,2 in der Liebe wirksam sein. Von der Rechtfertigung durch den Glauben allein darf man also nur sprechen, wenn man unter dem Glauben die christliche Heilsordnung oder das Christentum versteht. Dieser Glaube rechtfertigt, ohne daß eine Notwendigkeit besteht, sich dem Mosaischen Gesetz zu unterwerfen" (F. Diekamp, Katholische Dogmatik nach den Grundsätzen des heiligen Thomas, Zweiter Band, Münster (10)1952, 544).

Damit hat sich die "Begründung" der "Erklärung" vollständig in Luft aufgelöst.


2. Die Rechtfertigungslehre als ökumenisches Problem
(13) Die gegensätzliche Auslegung und Anwendung der biblischen Botschaft von der Rechtfertigung waren im 16. Jahrhundert ein Hauptgrund für die Spaltung der abendländischen Kirche, was sich auch in Lehrverurteilungen niedergeschlagen hat. Für die Überwindung der Kirchentrennung ist darum ein gemeinsames Verständnis der Rechtfertigung grundlegend und unverzichtbar. In Aufnahme von bibelwissenschaftlichen, theologie- und dogmengeschichtlichen Erkenntnissen hat sich im ökumenischen Dialog seit dem Zweiten Vatikanischen Konzil eine deutliche Annäherung hinsichtlich der Rechtfertigungslehre herausgebildet, so daß in dieser gemeinsamen Erklärung ein Konsens in Grundwahrheiten der Rechtfertigungslehre formuliert werden kann, in dessen Licht die entsprechenden Lehrverurteilungen des 16. Jahrhunderts heute den Partner nicht treffen.


Auch wenn wir es schon sehr oft zitiert haben, hier noch einmal das Dogma: "Wer sagt, es sei möglich, daß man den von der Kirche vorgelegten Glaubenssätzen entsprechend dem Fortschritt der Wissenschaft gelegentlich einen anderen Sinn beilegen müsse als den, den die Kirche verstanden hat und versteht, der sei ausgeschlossen" (NR 61, cf. DS 3043). Ein "Konsens" kann also nur dann vorliegen, wenn die Protestanten ihrer Irrlehre abschwören. M.a.W. einmal mehr macht die V2-Sekte unmissverständlich klar, daß ihr nur diejenigen angehören können, die den katholischen Glauben aufgeben. Und das tun wir nun einmal nicht!

Im folgenden zitieren wir noch einige Häresien, die wir nach der geleisteten Vorarbeit nicht mehr zu kommentieren brauchen.


3. Das gemeinsame Verständnis der Rechtfertigung
(14) Das gemeinsame Hören auf die in der Heiligen Schrift verkündigte frohe Botschaft und nicht zuletzt die theologischen Gespräche der letzten Jahre zwischen den lutherischen Kirchen und der römisch-katholischen Kirche haben zu einer Gemeinsamkeit im Verständnis von der Rechtfertigung geführt. Es umfaßt einen Konsens in den Grundwahrheiten; die unterschiedlichen Entfaltungen in den Einzelaussagen sind damit vereinbar. (15) Es ist unser gemeinsamer Glaube, daß die Rechtfertigung das Werk des dreieinigen Gottes ist. Der Vater hat seinen Sohn zum Heil der Sünder in die Welt gesandt. Die Menschwerdung, der Tod und die Auferstehung Christi sind Grund und Voraussetzung der Rechtfertigung. Daher bedeutet Rechtfertigung, daß Christus selbst unsere Gerechtigkeit ist, derer wir nach dem Willen des Vaters durch den Heiligen Geist teilhaftig werden. Gemeinsam bekennen wir: Allein aus Gnade im Glauben an die Heilstat Christi, nicht aufgrund unseres Verdienstes, werden wir von Gott angenommen und empfangen den Heiligen Geist, der unsere Herzen erneuert und uns befähigt und aufruft zu guten Werken[11].

4. Die Entfaltung des gemeinsamen Verständnisses der Rechtfertigung
(19) Wir bekennen gemeinsam, daß der Mensch im Blick auf sein Heil völlig auf die rettende Gnade Gottes angewiesen ist. Die Freiheit, die er gegenüber den Menschen und den Dingen der Welt besitzt, ist keine Freiheit auf sein Heil hin. Das heißt, als Sünder steht er unter dem Gericht Gottes und ist unfähig, sich von sich aus Gott um Rettung zuzuwenden oder seine Rechtfertigung vor Gott zu verdienen oder mit eigener Kraft sein Heil zu erreichen. Rechtfertigung geschieht allein aus Gnade. Weil Katholiken und Lutheraner das gemeinsam bekennen, darum gilt:
(20) Wenn Katholiken sagen, daß der Mensch bei der Vorbereitung auf die Rechtfertigung und deren Annahme durch seine Zustimmung zu Gottes rechtfertigendem Handeln "mitwirke", so sehen sie in solch personaler Zustimmung selbst eine Wirkung der Gnade und kein Tun des Menschen aus eigenen Kräften.
(22) Wir bekennen gemeinsam, daß Gott aus Gnade dem Menschen die Sünde vergibt und ihn zugleich in seinem Leben von der knechtenden Macht der Sünde befreit und ihm das neue Leben in Christus schenkt. Wenn der Mensch an Christus im Glauben teilhat, rechnet ihm Gott seine Sünde nicht an und wirkt in ihm tätige Liebe durch den Heiligen Geist. Beide Aspekte des Gnadenhandelns Gottes dürfen nicht voneinander getrennt werden. Sie gehören in der Weise zusammen, daß der Mensch im Glauben mit Christus vereinigt wird, der in seiner Person unsere Gerechtigkeit ist (1 Kor 1,30): sowohl die Vergebung der Sünden, als auch die heiligende Gegenwart Gottes. Weil Katholiken und Lutheraner das gemeinsam bekennen, darum gilt: (23) Wenn Lutheraner betonen, daß Christi Gerechtigkeit unsere Gerechtigkeit ist, wollen sie vor allem festhalten, daß dem Sünder durch den Zuspruch der Vergebung die Gerechtigkeit vor Gott in Christus geschenkt wird und sein Leben nur in Verbindung mit Christus erneuert wird. Wenn sie sagen, daß Gottes Gnade vergebende Liebe ("Gunst Gottes")[12] ist, verneinen sie damit nicht die Erneuerung des Lebens des Christen, sondern wollen zum Ausdruck bringen, daß die Rechtfertigung frei bleibt von menschlicher Mitwirkung und auch nicht von der lebenserneuernden Wirkung der Gnade im Menschen abhängt.
(34) Wir bekennen gemeinsam, daß die Gläubigen sich auf die Barmherzigkeit und die Verheißungen Gottes verlassen können. Auch angesichts ihrer eigenen Schwachheit und mannigfacher Bedrohung ihres Glaubens können sie kraft des Todes und der Auferstehung Christi auf die wirksame Zusage der Gnade Gottes in Wort und Sakrament bauen und so dieser Gnade gewiß sein.
(35) Dies ist in besonderer Weise von den Reformatoren betont worden: In der Anfechtung soll der Gläubige nicht auf sich, sondern ganz auf Christus blicken und ihm allein vertrauen. So ist er im Vertrauen auf Gottes Zusage seines Heils gewiß, wenngleich auf sich schauend niemals sicher
(36) Katholiken können das Anliegen der Reformatoren teilen, den Glauben auf die objektive Wirklichkeit der Verheißung Christi zu gründen, von der eigenen Erfahrung abzusehen und allein auf Christi Verheißungswort zu vertrauen (vgl. Mt 16,19; 18,18). Mit dem Zweiten Vatikanischen Konzil sagen Katholiken: Glauben heißt, sich selbst ganz Gott anvertrauen,[19] der uns aus der Finsternis der Sünde und des Todes befreit und zum ewigen Leben erweckt[20]. Man kann nicht in diesem Sinn an Gott glauben und zugleich dessen Verheißungswort für nicht verläßlich halten. Keiner darf an Gottes Barmherzigkeit und an Christi Verdienst zweifeln. Aber jeder kann in Sorge um sein Heil sein, wenn er auf seine eigenen Schwächen und Mängel schaut. In allem Wissen um sein eigenes Versagen darf der Glaubende dessen gewiß sein, daß Gott sein Heil will.


Bla, bla, bla ... Wir können uns nicht erinnern, schon einmal von einer Unterscheidung zwischen "Heilsgewissheit" und "Heilssicherheit" irgendwo gelesen zu haben, insofern könnte dies als etwas Neues erscheinen, aber im Grunde ist es die besonders von Wojtyla immer wieder verbreitete Häresie der Allerlösung, die mit Rücksicht auf die Dummen ein wenig kaschiert wird. Gemäß V2 kommen "alle, alle in den Himmel", zwar nicht sicher, aber immerhin gewiss!


5. Die Bedeutung und Tragweite des erreichten Konsenses
(43) Unser Konsens in Grundwahrheiten der Rechtfertigungslehre muß sich im Leben und in der Lehre der Kirchen auswirken und bewähren. Im Blick darauf gibt es noch Fragen von unterschiedlichem Gewicht, die weiterer Klärung bedürfen ; sie betreffen unter anderem das Verhältnis von Wort Gottes und kirchlicher Lehre sowie die Lehre von der Kirche, von der Autorität in ihr, von ihrer Einheit, vom Amt und von den Sakramenten, schließlich von der Beziehung zwischen Rechtfertigung und Sozialethik. Wir sind der Überzeugung, daß das erreichte gemeinsame Verständnis eine tragfähige Grundlage für eine solche Klärung bietet. Die lutherischen Kirchen und die römisch-katholische Kirche werden sich weiterhin bemühen, das gemeinsame Verständnis zu vertiefen und es in der kirchlichen Lehre und im kirchlichen Leben fruchtbar werden zu lassen.
(44) Wir sagen dem Herrn Dank für diesen entscheidenden Schritt zur Überwindung der Kirchenspaltung. Wir bitten den Heiligen Geist, uns zu jener sichtbaren Einheit weiterzuführen, die der Wille Christi ist.


Noch einmal: Konsens kann nur heißen, daß die Protestanten von ihrem falschen Glauben abschwören. Das permanente Einhämmern der inhaltlich immer gleichen Parolen soll die Gegenwehr in "konservativen" Kreisen durch Ermüdung brechen. Welchen "Herrn" meinen die Genossen hier eigentlich?

Wie ist es möglich, dass ein Dokument, das so durch und durch von dem Hass gegen Christus und seine Kirche gezeichnet ist, a) überhaupt entstehen und b) von einigen Menschen als "christlich" beurteilt werden konnte? Wenn jemand meinen sollte, dass der Teufel, der "Vater der Lüge" (Joh 8,44), die treibende Kraft war, dann können wir dem nicht widersprechen. Diese Erklärung dokumentiert, dass ein beträchtlicher Teil der Menschheit sich radikal von Gott losgesagt hat und nur den antichristlichen Erfindungen von Menschen hinterherläuft. So wird mit dieser offiziellen Versöhnung einmal mehr zum Krieg gegen Gott aufgerufen. Es wird wieder unschuldiges Blut vergossen werden, denn die Christen passen nicht in das Konzept des faulen Friedens, sie müssen folglich "im Namen des Volkes", "im Namen des Gesetzes" und was einem sonst noch als Vorwand einfällt ausgerottet werden. Das ist der "Friede", den die V2-Sekte bringt, folgsam dem Wahlspruch Satans: Non serviam - ich will nicht dienen.

Jetzt, wo V2-Sektierer gemeinsam mit Protestanten losziehen, um den Katholiken den Garaus zu machen, könnte einem vielleicht zunächst ein wenig mulmig werden. Ist es vielleicht jetzt an der Zeit, vor dem antichristlichen Terror zu kapitulieren? Nein! Das heutige Fest Allerheiligen stellt uns die Gesamtheit derer vor Augen, die eben nicht den Lockungen dieser Welt mit einer verlogenen "Versöhnung" erlegen sind, sondern bis zum Tod im Bekenntnis des wahren Glaubens ausgehalten haben. Also werden wir uns auch weiterhin nicht dem Terror-Regime beugen, dass uns mit permanenter Unterdrückung und Diskreditierung zum Glaubensabfall zwingen wollte. Die ganzen Richter, die sich zu Anwälten der Gottlosigkeit gemacht haben, seien es nun Landesrichter, Bundesrichter oder Verfassungsrichter, sie werden es nicht leichter haben, jetzt noch immer zu verlangen, dass man ihre Möchtegern-Urteile ernst nimmt. Zur Ehrenrettung der Richter muss man aber einräumen, dass sie sich ja niemals auch nur im entferntesten Mühe gegeben haben, ihre frevelhaften Entscheidungen und Anordnungen zu begründen; ihr einziges "Argument" war die brutale Gewalt.

Was immer kommen mag, die Worte des heutigen Evangeliums (Mt 5,1-12) bleiben gültig: "Selig, die Verfolgung leiden um der Gerechtigkeit willen, denn ihrer ist das Himmelreich. Selig seid ihr, wenn euch die Menschen schmähen und verfolgen und verleumderisch alles Böse gegen euch reden um Meinetwillen: freuet euch und frohlocket; denn euer Lohn ist groß im Himmel."

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